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Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften
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Die Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften (ĂAW) ist eine Gelehrtengesellschaft und die grĂśĂtecite-ref-4[4] Trägerin auĂeruniversitärer Grundlagenforschung in Ăsterreich. Sie wurde nach Vorbildern wie der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und der Royal Society 1847 als Kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien gegrĂźndet. Heute ist sie eine mit einem jährlichen Basisbudget von rund 100 Mio. Eurocite-ref-5[5] ausgestattete, grĂśĂtenteils staatlich finanzierte Einrichtung mit Ăźber 770 gewählten Mitgliedern, rund 1800 Mitarbeitern und 25 Forschungseinrichtungen in Wien, Graz, Linz, Innsbruck und Leoben.cite-ref-6[6]
Die oberste Aufgabe ist die FĂśrderung der Wissenschaften. Neben der wissenschaftlich fundierten Gesellschafts- und Politikberatung und der Grundlagenforschung ist sie in der FĂśrderung von Nachwuchswissenschaftlern aktiv. Im Zuge internationaler Rahmenprogramme und Kooperationen unterhält die ĂAW ferner ein globales Forschungsnetzwerk.
Contents
⢠Gebäude
⢠Aufgaben
⢠Geschichte
⢠Nach 1945
⢠Reform
⢠Kommissionen
⢠Studierende
⢠Prae-doc
⢠Post-docs
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Gebäude
Der offizielle Hauptsitz ist die Neue Aula am Dr.-Ignaz-Seipel-Platz, benutzt wird darĂźber hinaus der grĂśĂte Teil der Alten Universität (insbesondere das Jesuitenkolleg und die Alte Aula). Seit 2020 gehĂśrt auch das Postsparkassengebäude teilweise zu den von der Akademie benutzen Räumlichkeiten. Alle diese Gebäude werden zusammenfassend Campus Akademie genannt,cite-ref-7[7] 2022 wurde zudem der Arkadenhof der Alten Universität fĂźr die Ăffentlichkeit freigegeben.
Organisation und Aufgaben
Aufgaben
Die Akademie ist eine juristische Person des Ăśffentlichen Rechts unter besonderem Schutz des Bundes mit der Zielsetzung, die Wissenschaft auf allen Gebieten, besonders im Bereich der Grundlagenforschung, in jeder Hinsicht zu fĂśrdern. Gesetzliche Grundlage der ĂAW ist dabei das âBundesgesetz vom 14. Oktober 1921, betreffend die Akademie der Wissenschaften in Wienâ. Die Aufgaben der Akademie werden darin wie folgt beschrieben: âIhre Aufgabe ist es, die Wissenschaft in jeder Hinsicht zu fĂśrdern; sie hat bei ErfĂźllung ihrer Aufgabe den Anspruch auf Schutz und FĂśrderung durch den Bund.âcite-ref-bg-8-0[8]
Diese Aufgabe wird auf unterschiedliche Arten erfĂźllt. Die Mitglieder der Akademie widmen sich als Gelehrtengesellschaft dem fachĂźbergreifenden Diskurs sowie Zukunftsfragen, beraten Politik und Gesellschaft und informieren die Ăffentlichkeit Ăźber bedeutende wissenschaftliche Erkenntnisse. In Kommissionen widmen sie sich Fragen von wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz. Als Forschungsträger betreibt die ĂAW 25 Forschungsinstitute im Bereich der innovativen, anwendungsoffenen Grundlagenforschung in den Geistes-, Kultur-, Sozial- und Natur- und Technikwissenschaften. Die ĂAW pflegt und initiiert Forschungspartnerschaften und vertritt die Republik Ăsterreich in internationalen wissenschaftlichen Organisationen. Dadurch unterstĂźtzt sie die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und die Ăśsterreichische Teilnahme an internationalen GroĂforschungsprojekten. Die Akademie fĂśrdert ferner den wissenschaftlichen Nachwuchs durch Stipendien und Preise.
Mit dem Verlag der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften steht ein eigenes Publikationsunternehmen zur VerfĂźgung.
Innere Organisation
Die Akademie zählt derzeit mehr als 750 Wissenschaftler aus dem In- und Ausland zu ihren Mitgliedern.cite-ref-9[9] Diese setzt sich zusammen aus wirklichen Mitgliedern, Ehrenmitgliedern, korrespondierenden Mitgliedern und Mitgliedern der Jungen Akademie. Mit Ausnahme der Ehrenmitglieder der Gesamtakademie und der Mitglieder der Jungen Akademie gehĂśrt jedes Mitglied entweder der mathematisch-naturwissenschaftlichen oder der philosophisch-historischen Klasse an. Es gibt 90 wirkliche Mitglieder, die sich gleichmäĂig auf die beiden Klassen aufteilen. Mitglieder, die Ăźber 70 Jahre alt sind, werden bei voller Wahrung ihrer Rechte in diese HĂśchstzahl nicht eingerechnet.cite-ref-10[10]
2008 wurden MaĂnahmen fĂźr eine VerjĂźngung eingeleitet und eine Junge Kurie mit rund 70 Forschern im Alter von unter 45 Jahren eingerichtet (vgl. in Deutschland etwa die Junge Akademie und das Junge Kolleg).cite-ref-11[11]cite-ref-12[12] Die Junge Kurie wurde im Zuge der Satzungs- und Geschäftsordnungsänderungen im Jahr 2016 in âJunge Akademieâ umbenannt. Mitglieder der Jungen Akademie werden einmalig auf die Dauer von acht Jahren gewählt und dĂźrfen zum Zeitpunkt ihrer Wahl das 40. Lebensjahr nicht vollendet haben.
Derzeit sind von den Mitgliedern (alle Arten von Mitgliedern eingerechnet) der ĂAW 141 Frauen, was einem Anteil von rund 18 % entspricht. Allerdings ist der Anteil beim wissenschaftlichen Personal wesentlich hĂśher, was mĂśglicherweise auch Auswirkungen auf die zukĂźnftige Mitgliederstruktur der ĂAW haben wird. Derzeit gibt es rund 1800 Beschäftigte in den Forschungseinrichtungen der ĂAW. 2020 betrug das Basisbudget der ĂAW 121 Millionen Euro, die zu einem groĂen Teil aus Bundesmitteln stammen.cite-ref-13[13]
Geschichte
Anfänge 1847â1918
Die ersten Bestrebungen, in Wien eine Einrichtung nach dem Vorbild der Royal Society in London und der AcadĂŠmie des sciences in Paris zu etablieren, gehen bereits auf den Philosophen und Mathematiker Gottfried Wilhelm Leibniz um 1700 zurĂźck.cite-ref-14[14] Es kam aber erst am 30. Mai 1846, mit einem Handschreiben von Kaiser Ferdinand I., zur GrĂźndung der Akademie. Darin erklärte der Kaiser, er finde sich bewogen, âin meiner Haupt- und Residenzstadt Wien einen wissenschaftlichen Verein unter der Benennung âk.k. Akademie der Wissenschaftenâ zu grĂźndenâ.cite-ref-15[15] Sein Staatskanzler Clemens FĂźrst Metternich, der rund zehn Jahre zuvor noch eine GrĂźndung der Akademie hintertrieben hatte, unterstĂźtzte die diesbezĂźglichen Bestrebungen nun nachdrĂźcklich.
Als Kurator ernannte der Kaiser am 2. Juli 1846 seinen Onkel Erzherzog Johann, der sich in den darauffolgenden Monaten intensiv mit der Ausarbeitung der Statuten der Akademie beschäftigte. Als eine wesentliche Forderung setzte er die Freiheit der ErĂśrterung in Rede und Schrift fĂźr die Mitglieder der Akademie durch, womit er die strenge Zensur im Ăsterreich des Vormärz fĂźr wissenschaftliche Arbeiten auĂer Kraft setzte.cite-ref-16[16] Die offizielle Genehmigung der Statuten durch Kaiser Ferdinand I. erfolgte am 14. Mai 1847, der als GrĂźndungstag der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien gilt. Zunächst wurden 40 Mitglieder ernannt, die auf die beiden Klassen, nämlich die mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse und die historisch-philologische Klasse, aufgeteilt wurden. Als erster Präsident wurde am 27. Juni 1847 Joseph von Hammer-Purgstall gewählt.
1857 konnten auch die räumlichen BedĂźrfnisse der rasch wachsenden Akademie befriedigt werden, indem sie vom Polytechnischen Institut in die unter Maria Theresia errichtete Neue Aula am Universitätsplatz, dem heutigen Dr.-Ignaz-Seipel-Platz, Ăźbersiedelt wurde, das seit 1848 als âAulakaserneâ vom Militär genutzt worden war. Dieses palaisartige Gebäude wurde 1755 von Jean Nicolas Jadot de Ville-Issey erbaut und diente als Aula der Universität Wien. Das Deckenfresko des berĂźhmten Festsaals von Gregorio Guglielmi wurde nach einem Brand im Jahr 1961 vom Theatermaler Paul Reckendorfer rekonstruiert.cite-ref-17[17] Der Theologiesaal verfĂźgt Ăźber Maulbertsch-Fresken.
Die wissenschaftlichen Leistungen der Mitglieder wurden in regelmäĂig erscheinenden Publikationen der beiden Klassen dargestellt. Die Denkschriften und Sitzungsberichte wurden ab 1851 durch den jährlich erscheinenden Almanach, der als wichtigste Quelle der Akademiegeschichte anzusehen ist, ergänzt.
In den Jahren 1879â1914 wurde die Akademie sukzessiv zu einer âuniversalen Forschungsstätteâ ausgebaut. Sie intensivierte auch die internationale Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen und Akademien. Auf ihre Initiative wurde 1893 der Verband wissenschaftlicher KĂśrperschaften (auch Kartell genannt) als Dachorganisation der deutschsprachigen Akademien gegrĂźndet. 1899 zählte sie zu den ersten Mitgliedern der Internationalen Assoziation der Akademien, des ersten weltumspannenden Akademieverbunds.
Mit der Errichtung des Phonogrammarchivs (1899), des ältesten Tonträgerarchivs der Welt, des ersten Instituts fĂźr Radiumforschung (1908/10) und der Ăbernahme der Biologischen Versuchsanstalt (1914) setzte die kaiserliche Akademie der Wissenschaften am Vorabend des Ersten Weltkrieges entscheidende Schritte zu einer damals weltweit fĂźhrenden Forschungsträgerin.cite-ref-18[18]
Während des Ersten Weltkriegs mussten laufende Expeditionen abgebrochen werden. Deren Leiter wurden teilweise interniert, teilweise wurden sie an der Rßckkehr gehindert. Zugleich erÜffnete der Krieg der kaiserlichen Akademie die Chance fßr neue Expeditionen in die von den k.u.k. Truppen besetzten Gebiete Serbiens, Montenegros und Albaniens sowie fßr anthropologische Untersuchungen an Kriegsgefangenen. Beide Unternehmungen wurden von der Akademie der Wissenschaften in Wien wesentlich gefÜrdert.cite-ref-19[19]
Zwischenkriegszeit 1918â1938
In der 1. Republik wurde mit dem Bundesgesetz vom 14. Oktober 1921, betreffend die Akademie der Wissenschaften in Wiencite-ref-bg-8-1[8] eine neue gesetzliche Grundlage geschaffen, die mit leichten Ănderungen im Bundesgesetz vom 9. Mai 1947 (BGBl. Nr. 115/1947) bis heute gilt. Durch dieses Gesetz wurde auch der Name von Kaiserliche Akademie der Wissenschaften auf Akademie der Wissenschaften in Wien umgeändert. AuĂerdem wurde eine neue Satzung erlassen.
In den folgenden Jahren der Zwischenkriegszeit litt die Akademie zunehmend unter der allgemein schlechten Wirtschaftslage, die mittels Stiftungen und Spenden zu verbessern versucht wurde. Die wissenschaftlichen Forschungen litten an der Inflation und an der einsetzenden Wirtschaftskrise, doch konnten sie durch die UnterstĂźtzung der Mitglieder meist erfolgreich gestaltet werden. Unter den Mitgliedern der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse erhielt beispielsweise der Physiker Erwin SchrĂśdinger 1933 den Nobelpreis fĂźr Physik fĂźr die Weiterentwicklung der Quantenmechanik. Um die Akademie und ihre wissenschaftliche Forschungsarbeit auch in der Ăffentlichkeit bekannter zu machen, wurden seit 1934 auch Ăśffentliche Vorträge abgehalten.
Zeit des Nationalsozialismus
Siehe auch
:
Akademien der Wissenschaften in der NS-Zeit
Der âAnschlussâ an das Deutsche Reich am 12. März 1938 hatte unvermeidliche Auswirkungen auf die Akademie. Die Satzung der Akademie wurden 1938 durch eine âvorläufige Satzungâ ersetzt, wodurch es zu einigen Veränderungen in der Organisation kam. Diese Satzung blieb allerdings bis 1945 ein Provisorium und wurde nie durch eine ganz neue Satzung ersetzt. 1945 wurde sie wieder durch die ursprĂźngliche Satzung von 1921 ersetzt.
Die Umsetzung der geforderten Neuordnungen erstreckte sich Ăźber ein Jahr hinweg. Die Akademie wurde Mitglied des Reichsverbandes der Deutschen Akademien und die Spitzenfunktionen wurden umbesetzt: Der Historiker Heinrich von Srbik wurde am 1. April 1938 zum neuen Präsidenten der Akademie gewählt. Srbik war ein international angesehener Wissenschaftler. Wegen seiner âgesamtdeutschen Geschichtsauffassungâ wurde er auch von Nationalsozialisten geschätzt. Bei den âFeierlichen Jahressitzungenâ der Akademie identifizierte er sich mit Hitlers Kriegspolitik; 1940 sprach er vom âKampf des deutschen Volkes um seine Selbstbehauptungâ, und noch 1943 wiederholte er seine âfeste Siegeszuversichtâ.cite-ref-20[20] Er versuchte, die Unabhängigkeit der Wiener Akademie gegenĂźber den Berliner Zentralstellen so weit wie mĂśglich zu bewahren. Bei den Akademiemitgliedern genoss er groĂen Respekt, sodass er 1941 â nach Ende seiner Funktionsperiode â erneut zum Präsidenten gewählt wurde.cite-ref-21[21]
Die Arbeiten konnten in beiden Klassen weitgehend im bisherigen Rahmen fortgefĂźhrt werden. Es gab trotz der staatlichen Eliminierung des Namens Ăsterreich weiterhin das Archiv fĂźr Ăśsterreichische Geschichte und die Fontes rerum Austriacarum. In der âvorläufigen Satzungâ wurde auĂerdem mehrmals das âLand Ăsterreichâ genannt, obwohl das Wort Ăsterreich noch im Jahr 1938 durch die Bezeichnung âOstmarkâ ersetzt wurde. Die wohl wesentlichste Satzungsänderung betraf die Wahl bzw. die Bestätigung der gewählten Mitglieder der Akademie. Hier wurde in die Autonomie eingegriffen: Die vollzogene Wahl bedurfte der Bestätigung durch den Reichsminister fĂźr Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung. Diese Bestätigung war auĂerdem jederzeit widerruflich. Der Botaniker Fritz Knoll, damals Rektor der Universität Wien, wurde zum Parteibeauftragten der NSDAP fĂźr die Akademie bestellt. Seine Aufgabe war es, die Interessen der Partei im Bereich der Akademie der Wissenschaften bis zur endgĂźltigen Regelung der neuen Statuten der Akademie zu Ăźbernehmen.cite-ref-22[22] Im März 1939 hatte seine â ohnehin bloĂ formale â Funktion ein Ende, als der Akademiepräsident Srbik erklärte, diese Aufgaben nun selbst Ăźbernehmen zu wollen.
Während an den Ăśsterreichischen Universitäten binnen weniger Wochen nach dem Anschluss die âSäuberungâ des LehrkĂśrpers und die âGleichschaltungâ zu deutlichen personellen Veränderungen fĂźhrte, lief dieser Prozess in der Akademie mit zeitlicher VerzĂśgerung ab. Die Akademie sah sich selbst stets als weitgehend autonome wissenschaftliche Institution. Ihre Mitglieder waren keine Beamten und unterlagen somit offiziell nicht dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. Gelehrte, die auf Grund dieses Gesetzes ihre Professur an der Universität bereits aufgeben mussten, konnten trotzdem noch ein dreiviertel Jahr an den Sitzungen der Akademie teilnehmen, bevor sie auch dort ihren Platz räumen mussten. Die Akademie wurde in dieser Hinsicht jedenfalls von sich aus nicht aktiv und hatte es auch später nicht eilig damit. Mehrere Mitglieder mussten die Akademie verlassen. Diese schieden teils durch freiwilligen âAustrittâ aus, teils durch Streichung aus den Mitgliederlisten. Vor allem die NĂźrnberger Rassengesetze hatten eine groĂe Wirkung auf die Mitgliederlisten. Denn laut diesen Gesetzen wurden âNichtariernâ die StaatsbĂźrgerschaft entzogen; sie konnten somit nicht mehr im Stand der ordentlichen Mitglieder im Inland gefĂźhrt werden. Einige Mitglieder gaben bereits vor der Umsetzung dieses Gesetzes in der Akademie ihren RĂźcktritt bekannt: Bertold Hatschek (o.M. Zoologiecite-ref-23[23]), Alfred Francis Pribram (k.m.I. Geschichte), Ernst Peter Pick (k.m.I. Pharmakologie), Emil Abel (k.m.I. physikalische Chemie) und Eduard Norden (k.m.A. klassische Philologie). Schon zuvor legten die beiden ordentlichen Mitglieder Stefan Meyer (Physik) und Hans Horst Meyer (Pharmakologie) ihr Amt nieder. Richard Willstätter (k.m.A. Chemie) und Wolfgang Pauli (k.m.A Physikalische Chemie) wurden durch eine Mitteilung darauf hingewiesen, dass ihre Mitgliedschaft aufgrund der neuen Gesetzeslage erloschen sei. Lediglich im Fall von Franz Eduard Suess (o.M. Geologie) gab es BemĂźhungen seitens der Akademie, dessen Ausschluss â letzten Endes erfolglos â zu verhindern. Im FrĂźhjahr 1939 schieden auch Ernst Franz Theodor BrĂźcke (k.M.I. Physiologie), Josef Weninger (k.M.I. Anthropologie) und August Loehr (k.M.I. Numismatik) aus. Am 3. Oktober 1940 kam es zu einem neuen HĂśhepunkt in der Ausscheidung von Mitgliedern. Walther Brecht (o.M), Hermann Mark (o.M.), Karl BĂźhler (k.M.I. Philosophie und Psychologie), Victor F. Hess (k.M.I. Experimentalphysik), Erwin SchrĂśdinger (k.M.I. Physik), Franz Boas (k.M.A. Anthropologie) und Alfred Hettner (k.M.A. Geographie) erhielten die Mitteilung der Akademie, von nun an nicht mehr als Mitglieder gefĂźhrt zu werden.cite-ref-24[24]cite-ref-25[25]
Was die wissenschaftlichen Unternehmungen der Akademie anbelangt, änderte sich zunächst an den laufenden Projekten wenig. Das war auch darin begrĂźndet, da einige Projekte im groĂdeutsch-deutschnationalen Sinn bereits lange etabliert waren und im Sinne des NS-Systems gefĂźhrt wurden, wie z. B. das WĂśrterbuch der bairischen Mundarten in Ăsterreich unter der Leitung der illegalen NSDAP-Mitglieder Pfalz, Steinhauser und Kranzmayer.cite-ref-26[26] Es wurden daher in weiterer Folge lediglich einige Kommissionen neu eingerichtet bzw. bestehende Kommissionen umbenannt. So wurde ab 1942 eine Kommission zur Herausgabe einer neuen Sonderserie unter dem Titel âUntersuchungen zur Rassenkunde und menschlichen Erblehreâ gegrĂźndet.
Die finanzielle Dotation der Akademie erfuhr zunächst bis zum Ausbruch des Krieges eine beachtliche Steigerung. Ab etwa 1940 nahm der staatliche Beitrag jedoch kontinuierlich ab, und das Kriegsende brachte den vollkommenen finanziellen Zusammenbruch. Die Arbeiten der beiden Klassen wurden mit Fortgang des Krieges zunehmend behindert, einerseits durch administrative und personelle Eingriffe (Einberufungen zum Kriegsdienst), und andererseits durch unmittelbare Kriegseinwirkungen (Bombenschäden, Auslagerungen von Sammlungen).
Nach 1945
Bereits am 18. Mai 1945 gab es die erste Sitzung der damals in Wien anwesenden Akademiemitglieder. Ehemalige NSDAP-AngehĂśrige waren von der Teilnahme ausgeschlossen. Noch im selben Jahr wurde die alte Satzung von 1921 wieder in Kraft gesetzt und die Aufhebung sämtlicher Mitgliedschaften der nach 1938 unter Zwang ausgeschiedenen Mitglieder rĂźckwirkend fĂźr ungĂźltig erklärt. Die erste MaĂnahme der Akademie nach 1945 war die RĂźckberufung der nach 1938 unter Zwang ausgeschiedenen Mitglieder. In einer neuen Liste waren sämtliche nach 1938 âAusgetretenenâ wieder als Mitglieder ausgewiesen. Die meisten der 1938 Vertriebenen kehrten allerdings nicht wieder nach Ăsterreich zurĂźck und wurden daher im Stand der korrespondierenden Mitglieder im Ausland gefĂźhrt. Im Gegenzug wurden Akademiemitglieder, die als belastete NSDAP-Parteimitglieder galten, zwar teilweise ihrer Mitgliedschaft enthoben, aber spätestens bis 1957 wieder aufgenommen. Ernst Späth wurde zum neuen Präsidenten der Akademie gewählt. Nach seinem Tod 1946 wurde Späth von Heinrich von Ficker ersetzt, der ehemaliges Mitglied des Nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK) war.cite-ref-27[27] Um den Bezug zu Ăsterreich stärker zu betonen, wurde die Akademie 1947 zu ihrem 100-Jahre-Jubiläum offiziell in âĂsterreichische Akademie der Wissenschaftenâ umbenannt.
1951 wurde Richard Meister zum Präsidenten gewählt. Kritik an Meister gab es bei der politischen Linken. Die mit der KPĂ kooperierende, einige Jahre aktive Kleinpartei Sozialistische Arbeiterpartei gab damals das Wochenblatt Der neuen Vorwärts heraus. Dort kommentierte Fritz Herrmann die Wahl Meisters âmit harten, aber durchaus treffenden Wortenâ (so Klaus Taschwer):
âDie Mitglieder der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften [âŚ] sind [in] ihrer Mehrheit noch immer die alten Protektionskinder der faschistischen Ăra. Da sitzt noch ein Nadler drinnen, ein Knoll, ein Christian, ein Pernkopf und wie sie alle heiĂen, die, während ihre jĂźdischen Kollegen vergast wurden, sich als fanatische Nazi gebärdeten. DaĂ sie 1945 und danach nicht hinausgesäubert wurden, war vor allem das zweifelhafte Verdienst jenes Mannes, den wir schon einmal im Neuen Vorwärts als Ăsterreichs schwarz-braune Eminenz hinter den Kulissen vorgestellt haben: Richard Meister, der seit mehr als zwanzig Jahren auf den Hochschulen und wo sich sonst Gelegenheit bietet, gegen alles intrigiert, was nach Demokratie riecht, und alles zu halten versucht, was ihn selbst im Notfall hält.âcite-ref-28[28]
Im Jahr 1954 wurde die Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften mit dem Karl-Renner-Preis der Stadt Wien ausgezeichnet.cite-ref-29[29]
Vor allem ab den 1970er Jahren kam es zu einigen Umgestaltungen in der Akademie. Sie hat sich dabei von einer âGelehrtengesellschaftâ zu einer Trägerin moderner Forschungseinrichtungen entwickelt. Seit 1973 verfĂźgt sie auĂerdem Ăźber einen eigenen Verlag.
Eingehend mit der Geschichte der ĂAW seit 1945 beschäftigten sich Otto Hittmaircite-ref-30[30] und Herbert Hunger.cite-ref-31[31] Hittmair schrieb einen profunden historischen Abriss der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse, Hunger leistete das gleiche fĂźr die philosophisch-historische Klasse.
Die Aula der Alten Universität Wien, seit 1857 Sitz der Akademie am Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 2, war auf der RĂźckseite der 100-Schilling-Banknote von 1985 zu sehen. Die Banknote galt bis zur EuroeinfĂźhrung 2002. Der Sitz der Akademie wird im Rahmen des Sanierungsprojekts âCampus Akademieâ 2020â2022 umgebaut. Die Verwaltungseinheiten und einzelne Institute sind bis Abschluss der Arbeiten vorĂźbergehend im Ausweichquartier Vordere ZollamtsstraĂe 3 untergebracht.
Reform
Seit dem Universitätsgesetz 2002 wurden auch an der ĂAW umfangreiche Reformprozesse in die Wege geleitet. Eine 2007 besiegelte Reform beinhaltete unter anderem die Schaffung der aus Nachwuchswissenschaftlern bestehenden Jungen Kurie.
Im Jahr 2011 erfolgte die erste Leistungsvereinbarung zwischen ĂAW und dem Wissenschaftsministerium, die unter anderem auf eine verstärkte Fokussierung der ĂAW auf einzelne Forschungsbereiche abzielte.cite-ref-32[32] Die vorgesehene Entlassung von 300 Mitarbeiterncite-ref-33[33]cite-ref-34[34] fand dann doch nicht statt, stattdessen wurden Institute zusammengelegt und einzelne Einrichtungen an Ăśsterreichische Universitäten Ăźbertragen.cite-ref-35[35]
Im FrĂźhjahr 2012, im Zuge der ReformbemĂźhungen, erklärten der Ăkonom Gunther Tichy und die Mikrobiologin RenĂŠe Schroeder wegen âmangelnder Exzellenz und zu viel CV [Cartellverband]â den Austritt aus der Akademie,cite-ref-36[36]cite-ref-37[37] in weiterer Folge auch Ruth Wodak. Intensiv wurde Ende 2012 die vĂśllige Trennung von Gelehrtengesellschaft und Forschungsträger mit zwei Spitzen (Präsident und Forschungsdirektor) unter dem gemeinsamen Dach der Akademie diskutiert.
Das von Sommer 2013 bis 2017 im Amt befindliche Präsidium (Anton Zeilinger, Michael Alram, Brigitte Mazohl, Georg Brasseur) verfolgte statt einer Trennung eine Strategie der internen Verwaltungsreform.
Forschungseinrichtungen
Zu den grĂśĂten Instituten zählen das Institut fĂźr Molekulare Biotechnologie (IMBA), das Forschungszentrum fĂźr Molekulare Medizin (CEMM), das Institut fĂźr Weltraumforschung (IWF) und das Institut fĂźr Hochenergiephysik (HEPHY). Das Phonogrammarchiv der Akademie hat frĂźh (1899) begonnen, Dichterstimmen mittels der Schallaufzeichnung zu dokumentieren. Die frĂźhesten in Schallaufnahmen erhaltenen deutschsprachigen Dichterstimmen stammen aus diesem Archiv. 1944 wurde auĂerdem eine Kommission fĂźr Musikforschung eingesetzt.
Die ĂAW betreibt seit 1987 die Ăśsterreichische Einrichtung fĂźr Technikfolgenabschätzung, das Institut fĂźr Technikfolgen-Abschätzung, als interdisziplinär arbeitendes, der Gesamtakademie zugeordnete Einrichtung.
Im Zuge der Umstrukturierung der ĂAW 2012 wurden zahlreiche Institute an Universitäten ausgegliedert oder zusammengelegt sowie die Zentren aufgelĂśst.
Mit Anfang 2016 wurde das Ăsterreichische Archäologische Institut (ĂAI) in die Akademie eingegliedert.cite-ref-38[38] 2021 wurden das frĂźhere Institut fĂźr Kulturgeschichte der Antike (IKAnt) und das Institut fĂźr Orientalische und Europäische Archäologie (OREA) mit dem ĂAI zusammengelegt.cite-ref-39[39]
Forschungseinrichtungen der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften
⢠Vienna Institute of Demography (Institut fßr Demographie)
⢠Institut fßr Iranistik
⢠Institut fßr Kulturwissenschaften
⢠Institut fßr Mittelalterforschung
⢠Institute for Habsburg and Balkan Studies
⢠Ăsterreichisches Archäologisches Institut (ĂAI)
Quelle:cite-ref-aw-inst-0-40-0[40]
Forschungseinrichtungen der Mathematik, Natur- und Technikwissenschaften
⢠AITHYRA â Forschungsinstitut fĂźr KĂźnstliche Intelligenz in der Biomedizin
⢠Cori Institute of Molecular and Computational Metabolism (CORI)
⢠Forschungszentrum fßr Molekulare Medizin (CEMM)
⢠Erich Schmid Institut der ĂAW (ESI)
⢠Institut fßr Molekulare Biotechnologie (IMBA)
⢠Institut fĂźr Quantenoptik und Quanteninformation â IQOQI Innsbruck
⢠Institut fĂźr Quantenoptik und Quanteninformation â IQOQI Wien
⢠Institut fßr Schallforschung (ARI)
⢠Institut fßr Weltraumforschung (IWF)
⢠Johann Radon Institute for Computational and Applied Mathematics (RICAM)
⢠Marietta-Blau-Institut fßr Teilchenphysik (MBI)
Weitere Forschungseinrichtungen der Akademie
Kommissionen
Spezifische Aufgaben nimmt die Gelehrtengesellschaft in der Organisationsform einer Kommission wahr. Derzeit bestehen folgende Kommissionen:
⢠Internationale Wirtschafts- und Finanzpolitik
⢠Kommission fßr Astronomie
⢠Kommission fßr Geographic Information Science
⢠Kommission fßr Geowissenschaften
⢠Kommission fĂźr Interdisziplinäre Ăkologische Studien
⢠Kommission Klima und Luftqualität
⢠Kommission Vanishing Languages and Cultural Heritage (VLACH)cite-ref-41[41]
⢠Kommission fßr Migrations- und Integrationsforschung
⢠Kommission Nachhaltige Mobilität
⢠Kommission SĂźdosteuropa-TĂźrkei-Schwarzmeerregion (2011â2014)
⢠Kommission fßr die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Dienststellen des BM fßr Landesverteidigung und Sport
⢠Kommission fßr Wissenschaftsethik
⢠Ăsterreichische IIASA-Kommission bei der ĂAW
⢠The North Atlantic Triangle: Social and Cultural Exchange between Europe, the USA and Canada
FĂśrderungen, Stipendien und Preise
Studierende
⢠Ăsterreichische Studienstiftung [FĂśrderung fĂźr besonders begabte und engagierte Studierende]
Die Akademie vergibt Stipendien wie beispielsweise DOC und DOC-team an herausragende Nachwuchswissenschaftler.
Prae-doc
⢠DOC [Doktorand/inn/enprogramm der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften]
⢠DOC-team [Doktorand/inn/engruppen fßr disziplinenßbergreifende Arbeiten in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften]
⢠Stipendium der Monatshefte fßr Chemie
Prae- und Post-doc
⢠LâORĂAL Ăsterreich [Stipendien fĂźr junge Grundlagen-Forscherinnen in Ăsterreich]
⢠ROM [Stipendien am Historischen Institut beim Ăsterreichischen Kulturforum in Rom]
⢠ATHEN [Stipendien am Ăsterreichischen Archäologischen Institut in Athen]
Post-docs
⢠MAX KADE [USA-Stipendien der Max Kade Foundation]
⢠Post-DocTrack-Pilotprogramm
⢠JESH [Joint Excellence in Science & Humanities]
FĂźr hervorragende Leistungen zeichnet die ĂAW ferner Wissenschaftler mit Preisen in verschiedenen Forschungsdisziplinen aus.
Preise der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse
⢠Preis fßr Paläobiologie (ehemals Othenio Abel-Preis)cite-ref-42[42]
⢠Edmund und Rosa Hlawka-Preis fßr Mathematik
⢠Walther E. Petrascheck-Preis
⢠Karl SchlÜgl-Preis
⢠Erich Thenius-Stipendium
⢠Best Paper Award (Jubiläumsfonds der Stadt Wien fĂźr die ĂAW)
⢠Elisabeth Lutz-Preis
⢠Otto Vogl-Preis
⢠Hans und Walter Thirring-Preis
Preise der philosophisch-historischen Klasse
⢠Bader-Preis fßr Kunstgeschichte
⢠Dissertationspreis fßr Migrationsforschung
⢠Jubiläumspreis des BÜhlau Verlages Wien
⢠Moritz Csåky Stipendium
⢠Richard G. Plaschka-Preis
⢠Auszeichnung der besten Publikation (Jubiläumsfonds der Stadt Wien fĂźr die ĂAW)
⢠Roland Atefie-Preis
Preise der Gesamtakademie
⢠Bader-Preis fßr die Geschichte der Naturwissenschaften
⢠Medaille âBene Meritoâ
Androsch-Stiftung und -Preis
2004 wurde die nach Hannes Androsch benannte Hannes Androsch Stiftung bei der ĂAWcite-ref-43[43] gegrĂźndet. Zweck der Stiftung ist es, im Zusammenwirken mit der ĂAW wissenschaftliche Arbeiten zu den Themenschwerpunkten Arbeit und Festigung des sozialen Ausgleichs und Friedens zu fĂśrdern. DarĂźber hinaus vergibt die Stiftung seit 2007 den Hannes-Androsch-Preis. Am 20. Oktober 2008 erhält Hannes Androsch als WĂźrdigung fĂźr seine Verdienste um die Akademie den neu geschaffenen Ehrenring.
PersĂśnlichkeiten
Heutiges Präsidium
Präsident der Akademie fĂźr die Funktionsperiode von 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2027 ist Heinz FaĂmann.cite-ref-44[44]
Das Präsidium der ĂAW besteht aus:cite-ref-45[45]
⢠Heinz FaĂmann â Präsident
⢠Ulrike Diebold â Vizepräsidentin
⢠Christiane Wendehorst â Präsidentin der philosophisch-historischen Klasse
⢠Wolfgang Baumjohann â Präsident der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse
Präsidenten seit Bestehen der Akademie
mn. Kl.: mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse
ph. Kl.: philosophisch-historische Klasse
⢠1847â1849 Joseph von Hammer-Purgstall (ph. Kl.)
⢠1849â1851 unbesetzt
⢠1851â1865 Andreas von Baumgartner (mn. Kl.)
⢠1866â1869 Theodor von Karajan (ph. Kl.)
⢠1869â1878 Carl von Rokitansky (mn. Kl.)
⢠1879â1897 Alfred von Arneth (ph. Kl.)
⢠1898â1911 Eduard Suess (mn. Kl.)
⢠1911â1914 Eugen BĂśhm von Bawerk (ph. Kl.)
⢠1915â1919 Viktor von Lang (mn. Kl.)
⢠1919â1938 Oswald Redlich (ph. Kl.)
⢠1938â1945 Heinrich von Srbik (ph. Kl.)
⢠1945â1946 Ernst Späth (mn. Kl.)
⢠1946â1951 Heinrich von Ficker (mn. Kl.)
⢠1951â1963 Richard Meister (ph. Kl.)
⢠1963â1969 Erich Schmid (mn. Kl.)
⢠1969â1970 Albin Lesky (ph. Kl.)
⢠1970â1973 Erich Schmid (mn. Kl.)
⢠1973â1982 Herbert Hunger (ph. Kl.)
⢠1982â1985 Erwin PlĂśckinger (mn. Kl.)
⢠1985â1987 Hans Tuppy (mn. Kl.)
⢠1987â1991 Otto Hittmair (mn. Kl.)
⢠1991â2003 Werner Welzig (ph. Kl.)
⢠2003â2006 Herbert Mang (mn. Kl.)
⢠2006â2009 Peter Schuster (mn. Kl.)
⢠2009â2013 Helmut Denk (mn. Kl.)
⢠2013â2022 Anton Zeilinger (mn. Kl.)
⢠seit Juli 2022: Heinz FaĂmanncite-ref-orf3212058-3-1[3]
Nobelpreisträger
Die ĂAW zählt folgende Nobelpreisträger zu ihren ehemaligen und gegenwärtigen Mitgliedern:
⢠Julius Wagner-Jauregg (1857â1940), Nobelpreis fĂźr Physiologie oder Medizin 1927
⢠Erwin SchrĂśdinger (1887â1961), Nobelpreis fĂźr Physik 1933
⢠Victor Franz Hess (1883â1964), Nobelpreis fĂźr Physik 1936
⢠Konrad Lorenz (1903â1989), Nobelpreis fĂźr Physiologie oder Medizin 1973
⢠Anton Zeilinger (* 1945), Nobelpreis fĂźr Physik 2022,cite-ref-46[46] Präsident der ĂAW von 2013 bis 2022
⢠Ferenc Krausz (* 1962), Nobelpreis fßr Physik 2023
Veranstaltungen der ĂAW
Die Institute, Kommissionen und Mitglieder der ĂAW organisieren sowohl wissenschaftliche Veranstaltungen wie internationale Konferenzen als auch Vorträge und Podiumsdiskussionen fĂźr eine breite Ăffentlichkeit. Neben Einzelveranstaltungen richtet die Akademie auch Vortragsreihen in den Naturwissenschaften und den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften wie das Ernst Mach Forum aus. Mehrere Vorlesungsreihen laufen in Kooperation, wie z. B. die Hans-Tuppy-Lectures gemeinsam mit der Universität Wien oder die ĂAW-ISTA Lectures.
Publikationen der ĂAW
Informationen Ăźber Forschungsergebnisse und Stellungnahmen werden auf den Websites der Institute und Kommissionen der ĂAW verĂśffentlicht. Die vom Präsidium der ĂAW eingerichteten Publikationsreihen âForschung und Gesellschaftâ und âAkademie im Dialogâ bieten Mitgliedern und externen Vortragenden die MĂśglichkeit, ihre an der ĂAW gehaltenen Vorträge einer breiteren Ăffentlichkeit zugänglich zu machen.cite-ref-47[47] Seit 2006 betreibt die Akademie (Ăźber ihren Verlag) ferner einen Publikationsserver, auf dem viele VerĂśffentlichungen der Akademie und ihrer Einrichtungen online und zu einem groĂen Teil open access abrufbar sind.cite-ref-48[48]
Literatur
⢠Johannes Feichtinger, Herbert Matis, Stefan Sienell, Heidemarie Uhl (Hrsg.): Die Akademie der Wissenschaften in Wien 1938 bis 1945. Katalog zur Ausstellung. Verlag der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2013, ISBN 978-3-7001-7367-0.
⢠Herbert Karner, Artur Rosenauer, Werner Telesko: Die Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften. Das Haus und seine Geschichte. Verlag der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2007, ISBN 978-3-7001-3875-4.
⢠Hedwig Kopetz: Die Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften. Aufgaben, Rechtsstellung, Organisation. BĂśhlau, Wien 2006, ISBN 3-205-77534-1.
⢠Johannes Feichtinger, Heidemarie Uhl: Die Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften nach 1945. Eine Gelehrtengesellschaft im Spannungsfeld von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. In: Margarete Grandner, Gernot Heiss, Oliver Rathkolb (Hrsg.): Zukunft mit Altlasten. Die Universität Wien 1945 bis 1955 (= Querschnitte. Band 19). Studienverlag, Innsbruck u. a. 2005, ISBN 3-7065-4236-6, S. 313â337.
⢠Otto Hittmair, Herbert Hunger (Hrsg.): Akademie der Wissenschaften. Entwicklung einer Ăśsterreichischen Forschungsinstitution. Verlag der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, ISBN 3-7001-2637-9.
⢠Herbert Matis: Zwischen Anpassung und Widerstand: die Akademie der Wissenschaften in den Jahren 1938â1945. Verlag der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, ISBN 3-7001-2648-4 (einige Korrekturen dazu).
⢠Franz Graf-Stuhlhofer: Die Akademie der Wissenschaften in Wien im Dritten Reich. In: Christoph J. Scriba (Hrsg.): Die Elite der Nation im Dritten Reich. Das Verhältnis von Akademien und ihrem wissenschaftlichen Umfeld zum Nationalsozialismus (= Acta historica Leopoldina. Band 22). Barth, Leipzig 1995, ISBN 3-335-00409-4, S. 133â159 (Leopoldina Symposium vom 9. bis 11. Juni 1994 in Schweinfurt).
⢠Richard Meister: Geschichte der Akademie der Wissenschaften in Wien 1847â1947 (= Denkschriften der Gesamtakademie. Band 1). Adolf Holzhausen Nachfolger, Wien 1947.
⢠Johannes Feichtinger, Brigitte Mazohl (Hrsg.): Die Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften 1847â2022: Eine neue Akademiegeschichte (3 Bände). Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften, Wien 2022, ISBN 978-3-7001-9051-6, doi:10.1553/978OEAW90516 (austriaca.at [PDF]).
Weblinks
Commons
: Austrian Academy of Sciences
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften
â Quellen und Volltexte
⢠Homepage der ĂAW â Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften. Abgerufen am 12. August 2020.
⢠Forschung an der ĂAW. Abgerufen am 12. August 2020.
⢠Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften: Satzung der ĂAW. (PDF) 2016, abgerufen am 12. August 2020 (PDF-Datei; 142 kB).
⢠Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften â Jahresbericht 2019 Abgerufen am 12. August 2020, (PDF-Datei; 7,5 MB, 122S.)
⢠Literatur von und Ăźber Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
cite-note-11. Kaiser Ferdinands Dekret zur GrĂźndung der Akademie datiert bereits auf den 30. Mai 1846.
cite-note-22. Geschichte. Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 19. März 2022.
cite-note-orf3212058-33. Heinz FaĂmann neuer Akademie-Präsident. In: ORF.at. 18. März 2022, abgerufen am 30. Juni 2022.
cite-note-44. â Susanne Pernicka, Anja Lasofsky-Blahut, Manfred Kofranek, Astrid Reichel: Wissensarbeiter organisieren. Berlin 2010, S. 123.
cite-note-55. â https://www.oeaw.ac.at/fileadmin/NEWS/2017/PDF/oeaw_jahresbericht_2016.pdf Jahresbericht 2016, S. 143.
cite-note-66. â Die ĂAW stellt sich vor. In: oeaw.ac.at. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar) am 13. Dezember 2020; abgerufen am 24. Juni 2024.
cite-note-77. â Projektseite der ĂAW (vor Abschluss der damit verbundenen Renovierungsarbeiten)
cite-note-bg-88. â Bundesgesetz vom 14. Oktober 1921, betreffend die Akademie der Wissenschaften in Wien i.d.g.F.
cite-note-99. â Das ĂAW stellt sich vor. Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 19. März 2022.
cite-note-1010. â Lit. Satzung der ĂAW
cite-note-1111. â Die Junge Kurie (JK) junge-kurie.oeaw.ac.at
cite-note-1212. â âJunge Kurieâ konstituiert sich in der Akademie. orf.at, abgerufen am 11. Mai 2012.
cite-note-1313. â ĂAW-Jahresbericht 2020.
cite-note-1414. â Vgl. Lore Sexl: Gottfried Wilhelm Leibniz und die geplante Kaiserlicher Akademie der Wissenschaften in Wien. In: Theoria cum praxi. Aus der Welt des Gottfried Wilhelm Leibniz. (= VerĂśffentlichungen der Kommission fĂźr Geschichte der Mathematik, Naturwissenschaften und Medizin. 63). Wien 2012, S. 69â239.
cite-note-1515. â Kabinettschreiben des Kaisers Ferdinand an FĂźrst Metternich, Wien, 30. Mai 1846. In: Richard Meister: Geschichte der Akademie der Wissenschaften in Wien 1847â1947. (= Denkschriften der Gesamtakademie. 1). Wien 1947, S. 215.
cite-note-1616. â Hans Magenschab: Erzherzog Johann. 3. Auflage. Styria, Graz 1982, S. 350.
cite-note-1717. â Reckendorfer hatte zuvor schon die zerstĂśrten Fresken des Ostteils der GroĂen Galerie in Schloss SchĂśnbrunn rekonstruiert. Vgl. Das Gebäude der Alten Universität. (Memento vom 14. Mai 2013 im Internet Archive)
cite-note-1818. â Vgl. Wolfgang L. Reiter: Aufbruch und ZerstĂśrung. Zur Geschichte der Naturwissenschaften in Ăsterreich 1850 bis 1950 (= Emigration â Exil â Kontinuität. Schriften zur zeitgeschichtlichen Kultur- und Wissenschaftsforschung. 15). Wien / Berlin 2017, S. 167â171; Johannes Feichtinger: The Biologische Versuchsanstalt in Historical Context. In: Gerd B. MĂźller (Hrsg.): Vivarium. Experimental, Quantitative, and Theoretical Biology at Viennaâs Biologische Versuchsanstalt. (= MIT Press Vienna Series in Theoretical Biology). Cambridge, MA 2017, S. 53â73; Klaus Taschwer, Johannes Feichtinger, Stefan Sienell, Heidemarie Uhl (Hrsg.): Experimental Biology in the Vienna Prater. On the History of the Institute for Experimental Biology 1902 to 1945. Wien 2016.
cite-note-1919. â Richard Meister: Geschichte der Akademie der Wissenschaften in Wien 1847â1947. (= Denkschriften der Gesamtakademie. 1). Adolf Holzhausen Nachfolger, Wien 1947, S. 153â155.
cite-note-2020. â Franz Graf-Stuhlhofer: Opportunisten, Sympathisanten und Beamte. UnterstĂźtzung des NS-Systems in der Wiener Akademie der Wissenschaften, dargestellt am Wirken Nadlers, Srbiks und Meisters. In: Wiener Klinische Wochenschrift. (= Themenheft âZum 60. Jahrestag der Vertreibung der jĂźdischen Kollegen aus der Wiener medizinischen Fakultätâ). 110, Heft 4â5, 1998, S. 152â157. Dort wird Srbik als Beispiel eines Sympathisanten beschrieben.
cite-note-2121. â Archiv der ĂAW, Protokoll der Gesamtsitzung am 4. Juli 1941 (A964).
cite-note-2222. â Archiv der ĂAW, Protokoll der Gesamtsitzung am 25. März 1938 (A 933).
cite-note-2323. â Zur Erklärung der AbkĂźrzungen siehe Liste der Kommissionen der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften.
cite-note-2424. â Graf-Stuhlhofer: Die Akademie der Wissenschaften in Wien 1995, S. 136â138: âAusschluĂ von Mitgliedernâ.
cite-note-2525. â Vertriebene Wissenschaftler. Presseinformation ĂAW 12. März 2008 (online (Memento vom 5. Januar 2013 im Internet Archive)); Die NS-Geschichte der Akademie der Wissenschaften. Profil 9. Februar 2013.
cite-note-2626. â Stefan Dollinger: Eberhard Kranzmayer's Deutschtum: on the Austrian dialectologist's pan-German frame of reference. In: Journal of Austrian Studies. Band 56, Nr. 3, 2023, S. 63â89.
cite-note-2727. â Roman Pfefferle, Hans Pfefferle: Glimpflich entnazifiziert. Die Professorenschaft der Universität Wien von 1944 in den Nachkriegsjahren. V&R unipress, Wien 2014, S. 93, S. 288.
cite-note-2929. â Wiener Rathauskorrespondenz, 13. Dezember 1954, Blatt 2165; Wiener Rathauskorrespondenz, 15. Jänner 1955, Blatt 56.
cite-note-3030. â Otto Hittmair: Entwicklung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse von 1947 bis 1997. In: Otto Hittmair, Herbert Hunger: Akademie der Wissenschaften. Wien 1997, S. 35â62.
cite-note-3131. â Herbert Hunger: Entwicklung der philosophisch-historischen Klasse von 1947 bis 1997. In: Otto Hittmair, Herbert Hunger: Akademie der Wissenschaften. Wien 1997, S. 63â83.
cite-note-3232. â Leistungsvereinbarung 2012â2014 (Memento vom 30. Oktober 2012 im Internet Archive)
cite-note-3333. â Akademie der Wissenschaften: KĂźrzung und Konzentration derstandard.at, abgerufen am 27. Februar 2014.
cite-note-3434. â openpetition.de
cite-note-3535. â Minister TĂśchterle und ĂAW-Präsident Denk: Wichtiges Ziel bei Umsetzung der ĂAW-Leistungsvereinbarung erreicht. In: bmwf.gv.at. Bundesministerium fĂźr Bildung, Wissenschaft und Forschung, 12. Dezember 2012, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar) am 27. Februar 2014; abgerufen am 24. Juni 2024 (Ăśsterreichisches Deutsch).
cite-note-3636. â Noch ein Mitglied trat aus ; Mikrobiologin RenĂŠe Schroeder legt ĂAW-Mitgliedschaft zurĂźck derstandard.at, abgerufen am 11. Mai 2012.
cite-note-3737. â Präsident Fischer: RĂźge fĂźr Akademie der Wissenschaften diepresse.com, abgerufen am 11. Mai 2012.
cite-note-3838. â Ăsterreichisches Archäologisches Institut nun Teil der Akademie. auf: derstandard.at, 3. November 2015, abgerufen am 3. November 2015.
cite-note-3939. â Gemeinsam stärker: ĂAW bĂźndelt archäologische Spitzenforschung in einem Institut. auf: www.oeaw.ac.at, 1. März 2021, abgerufen am 24. Mai 2022.
cite-note-aw-inst-0-4040. â Die Institute der ĂAW. Forschung â Institute â Die Institute der ĂAW. In: oeaw.ac.at. Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 24. September 2024.
cite-note-4141. â Kommission Vanishing Languages and Cultural Heritage
cite-note-4242. â Im Jahr 2012 wurde bekannt, dass der Namensgeber des Othenio Abel-Preises erklärter Nationalsozialist und Parteimitglied war. Da die wissenschaftlichen Leistungen von Othenio Abel und seine Verdienste als BegrĂźnder der Paläobiologie unbestritten bleiben, hat die ĂAW in Abstimmung mit Erich Thenius, dem Stifter des Preises, beschlossen, den âOthenio Abel-Preisâ ab 2012 in âPreis fĂźr Paläobiologieâ umzubenennen.
cite-note-4343. â Hannes Androsch Stiftung bei der ĂAW. (Memento vom 4. Dezember 2008 im Internet Archive)
cite-note-4444. â Neues Präsidium der ĂAW gewählt. In: oeaw.at. 22. April 2022, abgerufen am 30. Juni 2022.
cite-note-4545. â Präsidium, abgerufen am 15. Februar 2023.
cite-note-4646. â Nobelpreis-Träger Anton Zeilinger. In: ĂAW. Abgerufen am 3. Januar 2023.
cite-note-4747. â Forschung und Gesellschaft, Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften, 6. November 2017.
cite-note-4848. â epub â The digital publication portal of the Austrian Academy of Sciences. Verlag der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften, 6. November 2017.
cite-note-4949. â Berichte und Entwicklungsplan. Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften, 19. Februar 2020.
cite-note-5050. â Bibliothek, Archiv und Sammlungen der ĂAW, Ăsterreichische Akademie der Wissenschaften, 6. November 2017.
48.20872222222216.377388888889coordinatesKoordinaten: 48° 12Ⲡ31,4ⳠN, 16° 22Ⲡ38,6ⳠO